Unterwegsgedanken

Ankommen mit kleinen bürokratischen Hinternissen

Nach rund 7 Stunden überfahrt von Spanien laufen wir in Nador in Marokko ein – und fühlen uns gut vorbereitet mit schon gestempelten Pässen.

Aber vor das Verlassen des Hafens hat der König den Zoll gesetzt. Damit ich auch den Lux wieder mitnehme,  wird der auch zollamtlich erfasst – bei einer Ausreise ohne Auto wäre dann ein hoher Import-Zoll fällig.

Das hatten wir schon vorher gelesen und wussten das wir dafür ein Formblatt D.16 bis  in dreifacher Ausfertigung (zum Glück nicht Passierschein A38)  brauchen.

Zwar kann man das alles schon im Internet auf den Seiten des Marokkanischen Zolls vorbereiten… Aber wir kannten vor der Abfahrt unsere Einreisedaten nicht und schleppen keinen (!) Drucker auf Reisen,  blieb uns nur Plan A2:
Formular organisieren und von Hand ausfüllen.(Note to self: Gibt es 12 V -Drucker für unterwegs)

Offiziell (mit Warnweste und irgendeinem Ausweis um den Hals) aussehende „Helfer“ (vulgo Schlepper) drängen sich jedem der auch nur 20 s ratlos sich umschaut auf.

Einerseits hilfreich, den Weg zum gut versteckten Zollhäuschen zu finden, andererseits wollen die natürlich Geld. In guter Kooperation war  nicht das Zoll-Häuschen an der Spur besetzt an der alle ankommen, sondern drei Spuren weiter, die aber nicht zu befahren war.

Mit Zulassung, Pass und Kugelschreiber bewaffnet stelle ich mich an um den Passierschein äh die Einreisedeklaration zu bekommen und fülle das Dokument stehend freihändig aus…nach bestem Wissen und Gewissen.

Nach einer zweiten Runde anstehen sitze (!) ich vor dem Zollbeamten, der alles in seinen Rechner eintragen möchte.

Aber er kann die Seriennummer, die mir die Polizei in den Pass gestempelt hat nicht entziffern und findet meinen Datensatz noch nicht in der Datenbank, da der Beamte auf dem Schiff die Daten noch nicht von seinem Laptop in die Zolldatenbank hochgeladen hat.

Eindeutig DD
Eindeutig DD

Ich werde zurück zur Police geschickt, um das Problem zu klären.

Auch ohne Schlepper finde ich die Grenz-Polizei, ein karges Büro mit drei Schreibtischen, zwei PCs und 6 Beamten, In Französisch erkläre ich mein Problem und werde gebeten doch bitte auf den Beamten vom Schiff zu warten, der sei noch nicht eingetroffen.

Wenige Minuten später kommt der freundliche Polizist und spricht auch noch gut englisch (HURRA—sein Englisch ist deutlich besser als mein Französisch). Sofort (!!!) schaut er in seinen Laptop und gibt die Daten manuell in die Zolldatenbank ein!

Von der Freundlichkeit und dem Service der Polizei schwer beeindruckt gehe ich zurück zum Zoll und nach der dritten Runde anstehen halte ich die Zolldokumente für das Auto in den Händen. Nicht das  die letzten beiden Buchstaben klar entzifferbar wären…ich lese es als DD…

Formular D16 bis

Der dritte Beamte schaut kurz auf das Auto und stempelt das Deckblatt ab.  Einen Durchschlag nimmt er zu den Akten.. dann öffnet sich der Schlagbaum und wir sind in Marokko.

 

Nador---Meerblick

Leider gibt es in Hafennähe keinen Campingplatz, die einschlägigen Reiseführer von Edith Kohlbach empfehlen auf dem Flughafenparkplatz zu schlafen – der sei bewacht und die WCs des Flughafens könnten benutzt werden.

Unsere Abneigung gegen Betonflächen bringt uns aber dazu, dann doch ein Hotel zu nehmen und so checken wir kurze Zeit später im Mercure Hotel in Nador ein.

Der Parkplatz ist beleuchtet und bewacht…da können wir den Lux beruhigt stehen lassen.

Das Hotel entspricht allen Erwartungen, die wir an ein Business-Hotel der besseren Kategorie habe: Helles, sauberes Zimmer, sehr gutes französisches Bett, Bad mit den üblichen „Tübchen“ und flauschigen Handtüchern.

Auch hier fällt auf, das das Personal sich mehr engagiert als notwendig wäre, uns genau erklärt (und mit uns dafür vor die Tür geht) wo wir den nächsten Geldautomaten finden. welche Bank öfter mit europäischen Karten Probleme macht und welche in der Regel funktioniert.

Noch einmal durchatmen…am nächsten Tag geht es dann in den Erg Chebbi. Dem Reiseführer nach ein riesiger Sandkasten – wo wir hoffen noch mehr Overlander zu treffen…

 

 

 

Datenschutz
Ich, Jens Hövelmann (Wohnort: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht mir aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Ich, Jens Hövelmann (Wohnort: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht mir aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: