Unterwegsgedanken

Die Wüste stürmt

Der zweite Tag den es in den Sand geht. Wir haben wieder einen frühen Start um 7.00 Uhr vereinbart. Verrückte Welt, im Urlaub stehen wir früher auf als zu Hause2016-MAROKKO-129.

Noch leicht müde schlurfen wir zurück ins Gasthaus und werden wieder überrascht. Ein volles Frühstück mit Obst, Toast, Kaffee und Omelett wartet duftend auf uns. Das ist echter Luxus!

Gestärkt geht es gleich wieder in die Dünen – die ja nur 100 m entfernt beginnen. Ich beginne mich im Sand wohl zu fühlen und fahre immer „leichter“ Mhamdi hinterher.

Sandige Verführung

Noch eine Kuppe und wir blicken auf einen großen ausgetrockneten Salzsee herunter…noch ein Abstieg und wir stehen auf einer betonharten Fläche.

Reifen aufpumpen

Also erst mal wieder die Reifen aufpumpen.

Entlang unserer schnurgeraden Piste liegen rechts und links Felsen als Markierungen—so in der Breite einer mehrspurigen Autobahn. Über Funk fragen wir nach was das soll und erfahren, das diese Markierung nicht für uns sind, sondern vor zwei Jahren eine Behelfspiste für Flugzeuge markiert haben, die eine Heuschreckenplage bekämpfen sollten.

Um ins Nachbartal zu kommen müssen wir über eine nicht zu hohe Kuppe…die irgendwie zur Düne mutiert ist. Der Patrol kommt locker drüber, ich merke nach wenigen Metern wie ich einsinke. Eine Tonne Gewichtsunterschied sorgen dafür das wir feststecken mit 2.0 Bar Reifendruck.

Steckt fest

Also raus aus dem Auto, Luft ablassen und zur Schaufel greifen. Statt unserer Sandbleche holt der Wüstenfuchs vier kurze Plastik Sandboards von seinem Dachträger – er mag die langen Bleche nicht, weil die hochschlagen können und das Auto beschädigen beim runterfahren.

Also vier kurze Boards unter die Reifen – ich bin zum Glück schnell vom Gas gegangen und sitze nicht mit dem Bauch auf. Wir brauchen nur 15 Minuten schaufeln, dann Untersetzung rein, VOLLGAS und nicht anhalten bevor ich über die Düne bin. Bianca und Mhamdi müssen leider hinterherlaufen …

Startrampe

Zur Mittagspause taucht auch heute mitten im Nichts ein Rasthaus auf…ausgerichtet auf Wüsten-Reisenden aller Art – innen wieder dekoriert mit den Aufklebern unzähliger Ralleys. Zum Mittag gibt es wieder — Tajine, danach entspannen wir etwas im Schatten mit mehr Wasser und Tee. Bis unser Guide auf einmal hektisch wird…er hat einen SMS erhalten, ging raus und drängte zum Aufbruch. Ein Sandsturm zog auf, so schnell das wir es nicht mehr schaffen werden zum Erg Chigaga zu kommen. Die ersten Ausläufer wehen schon über die Piste, die Sichtweite sinkt auf 50 m – aber wo es geht fahren wir mit hoher Geschwindigkeit um schneller aus der Wüste raus zu kommen.

2016-MAROKKO-152

 

Über Funk verabreden wir, auf dem schnellsten Weg nach Zagora zu fahren und den Sturm in einem Riad auszusitzen. Wir fahren mal wieder Pisten die auf keiner Karte sind im dann plötzlich auf neuem Asphalt zu landen. Unser Wunsch nach einem landestypischen Hotel wird natürlich auch erfüllt, wie nicht anderes zu erwarten hat Mhamdi auch hier einen Gewährsmann – und das Hotel ist richtig gut: Riad Lamane

Wir suchen erst mal in der Kabine einige Klamotten zusammen und stopfen sie in einen Rucksack- Koffer haben wir ja keine dabei.

Riad Lamane

Während Bianca das Zimmer bezieht und ausgiebig duscht fahren Mhamdi und ich los zu einer Autowerkstatt. Der Patrol mach komische Klappergeräusche und dem Hilux will ich auch eine Durchsicht und Abschmieren gönnen. Als ich die „Garage“ sehe muss ich grinsen… Klaus Spöhrl war mit seinem Patrol eine Woche vorher hier. http://ali-nassir.com/ Ali Nassir ist eine Institution in der Offroad-Szene.

Chez Ali, Zagora

Schnell ist das Klappern als ein gebrochener Halter des Auspuffs am Patrol gefunden und wird sofort repariert. Auch der Lux wird von unten inspiziert, das Luftfilter gereinigt, alle Schmiernippel (ja der hat welche) abgeschmiert.

Danach fahren auch wir ins Hotel und stellen uns unter die Dusche….

Alleine hätten wir das Riad nie gefunden. Die Zufahrt ist an einem Bewässerungskanal lang, dann noch zwei Mal um die Ecke und durch ein Tor, dann ist man in einer anderen Welt. Das Zimmer kann mit jedem Hotel der Welt mithalten, ein großes weiches Bett und ein großes Badezimmer machen den Luxus komplett. Und es wird sogar Alkohol im Restaurant serviert…endlich wieder mal wieder ein kühles Bier.

Datenschutz
Ich, Jens Hövelmann (Wohnort: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht mir aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Ich, Jens Hövelmann (Wohnort: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht mir aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: