Unterwegsgedanken

Erste Erkundungen

Mit der Hotelwahl hat Bianca ein gutes Näschen bewiesen. Es ist süss und klein, direkt am Strand und eher auf die Zielgruppe „Wochenend-Urlauber aus Accra“ ausgerichtet als auf Europäer. Unter der Woche ist wenig los. Die Menschen sind wie fast alle Ghanaer sehr freundlich.

Wir starten in die Tage mit unserem Standardfrühstück in Ghana: Toast und Spiegelei (und Malorone ).

Anschließend schauen wir uns den Strand an. Das Hotel liegt an einem einsame Sandstrand. Kilometerweit keine Menschenseele außer ab und zu ein paar Fischern.

 Zum Schwimmen lädt der Atlantik aber nicht ein. Die Wellen sind doch recht heftig und es gibt recht starke Strömungen. Außerdem sind wir viel zu neugierig auf das Land, um Tage am Strand zu verbringen. Also starten wir zu ersten Erkundungen in die Nachbarorte.

Wir machen uns auf nach Gomoa Fetteh und Senya Beraku. Auf Pisten geht es durch die Küstenlandschaft. Die Pisten sind mit Bodenfreiheit gut zu befahren (wenn auch langsam).

Sie sehen aber so aus, als ob sie in der Regenzeit „interessant“ werden. Wir schlendern durch die Örtchen und nehmen die Andersartigkeit in uns auf. Auch in den Dörfern herrscht reges Treiben auf den Straßen. Es wird eingekauft, gewerkelt, geredet und – beerdigt.

Beerdigungen haben in Ghana die Bedeutung wie bei uns Hochzeiten. Die Beerdigung wird oft mit Plakaten angekündigt. Für die Zeremonie werden schatten spendende Pavillons mit Stühlen drunter aufgestellt. Zur Beerdigung kommt neben der Familie auch das ganze Dorf und Kollegen der Familienmitglieder. Man macht sich schick und feiert. Es ist mehr ein fröhliches Abschiednehmen mit Musik und ein „Event“ und mit Beerdigungen, wie wir sie aus Deutschland kennen, nicht vergleichbar.

Bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen, kaufen wir noch ein paar Lutscher für die Kellnerin im Hotel. Als wir beim Frühstück von unsern Plänen erzählt haben, meinte Sie „Bringt ihr mit einen Lollie mit?“ Klar doch. Im Gegensatz den Souks in Marrakesch und Co. kann man in Ghana als „weißer Touri“ ganz unbehelligt einkaufen und über die Märkte laufen. Keiner will einem irgendetwas aufdränen und so suchen wir in aller Ruhe Lollies aus.

Mit vielen Eindrücken schaukeln wir die Piste zurück zu unserem Hotel. Wir sind beeindruckt und begeistert von der Lebhaftigkeit auf den Dorfstraßen. Das Leben findet draußen und vor allem in der Gemeinschaft statt. Wir fragen uns: Was mögen die Leute denken, wenn sie durch die Straßen von z.B. Bourheim laufen würden? Keine Verkaufsstände, kein Mensch auf der Straße… Das muss für jemanden, der in Ghana aufgewachsen ist, wie ausgestorben wirken.