Unterwegsgedanken

Gedulds-Training

Ceuta erweist sich als typisch mediterrane Kleinstadt, etwas eng  aber mit hübschen Plätzen und günstigem Sprit – sogar noch etwas billiger als in Marokko.

Da wir schon auf der europäischen Seite genug Futter gebunkert haben, machen wir uns nach dem Füllen der Tanks mit insgesamt 270 l Diesel auf zur Grenze…aber weit kommen wir nicht.

Schon 2 km vor dem Grenzübergang beginnt der Stau, Fußgänger sind hier deutlich schneller als die Autos, die in zwei Spuren auf die Abfertigung warten. Dazu wieder die unvermeidlichen „Formularverkäufer“, die schlechte Kopien für viel Geld mit Ausfüllhilfe verkaufen wollen.

Wir packen die eBook Reader aus und machen es uns gemütlich. Die Temperaturen sind angenehm, aber die Fenster öffnen wir sicherheitshalber nur einen Spalt.

Knapp drei Stunden wird uns die Warterei dann gekostet haben – die eigentliche Grenzabfertigung ist dann schnell. Bianca geht schon mal vor uns erledigt den Papierkram am Grenzhäuschen, bis ich mit dem Auto dann da bin, können wir sofort weiterfahren. Die Polizei- und Zollbeamten sind sehr höflich und professionell, keine Spur von Selbstherrlichkeit oder der Bakschisch-Kultur.

Endlich sind wir in Marokko – für heute haben wir nur noch den kurzen Trip nach Chefchaouen vor – knapp 100 km über asphaltierte Straßen. Auch wenn es schon 16.00 Uhr ist, das sollten wir doch schaffen vor Einbruch der Dunkelheit.

Es geht ins Gebirge, wir müssen immer mehr Steigungen bezwingen, die Straße ist in einem guten Zustand…doch Kilometer machen wir nicht wirklich. Diesmal waren es keine „Thermischen Fotostops“ , auch keine Probleme mit dem Hilux, der mit seinen 170 PS aus 3.0 l Hubraum ausreichend motorisiert ist, das Getriebe hält auch.

Es sind altersschwache LKWs in der 15 t Klasse, die ZU wenig Leistung haben und die Serpentinen mit 28 km/h (sagt das GPS) hinauf-schnecken.

Die schmalen unübersichtlichen Straßen lassen auch kein Überholen zu und an der Steigung anhalten wollen die Trucker aus guten Gründen nicht. Also üben wir uns in afrikanischer Gelassenheit und zuckeln im 2. Gang hinterher.
Erst an der nächsten Gefällstrecke ziehen die zwei LKWs zur Seite auf einen Parkplatz und lassen die Kolonne die sich aufgestaut hat passieren – so dass wir am Enden erst im Dunkeln den Campingplatz Azilan erreichen.
Schnell ist das Camp aufgebaut und wir machen uns was zum Abendessen…die blaue Stadt muss warten…

Das Camp viele Plätze für Zelter und eine große Fläche für Autos, die weitgehend schattenfrei ist.  Wir sehen viele deutsche Kennzeichen, aber das werden wir uns morgen ansehen. Heute werden nur die noch die Waschräume besichtigen. Die Inspektion fällt positiv aus, normale, regelmäßig gereinigte Klos, saubere Duschen und heißes Wasser -was will der Traveler mehr.

Call it a day, mit einem Glas eingeschmuggelten Whisky beschließen wir den Tag.