Unterwegsgedanken

Affen, Fische, Jaguar und Kultur

Boot-1

Als wir abends ins Bett gegangen sind waren wir nicht sicher, ob wir am nächsten Morgen einen Platz in einem Boot nach Lamanai bekommen – mehrere Kreuzfahrer hatten sich angesagt und alle Boote gebucht – aber unser Gastgeber im Lamanai River Side Retreat hat ein kleines Wunder vollbracht und uns noch in einer kleinen Gruppe untergebracht die mit Tropic Air von Key Ambergris eingeflogen ist.

carlos

Mit zwei Ehepaaren aus den USA, beides Farmer wie wir im Gespräch feststellten ging es dann mit einem Boot über eine 20+ Meilen lange Flusslandschaft zu der Maya Stadt, die am längsten von den Maya benutzt worden ist fast 3000 Jahre bis ins 16- Jahrhundert hinein.
Die einstündige Bootsfahrt führte uns durch eine spannende Flußlandschaft die Heimat für viele verschiedene Tiere ist . Der Fluß ist besiedelt von vielen Fischen – ständig begegneten wir lokalen Fischern, die ihrem Tagwerk nachgingen. Fischer aus allen Bevölkerungsgruppen des wahrlich multikulturellen Belize.

Fischer

Mennoniten-Fischer

Von den Fischen ernährt sich so mancher Vogel, die unser Guide Carlos alle fachkundig erklären konnte, die aber aufgeschreckt vom Motor des Bootes oft schneller weg flogen als ich die Kamera im Anschlag haben konnte.
Auch zwei Schildkröten konnten wie beobachten und uns wundern wie behende diese plumpen Tiere im Wasser verschwinden können, wenn ein Boot sich nähert.
Das Ende der Nahrungskette im Fluss bilden dann die Krokodile, die auch Namenspate für Lamanai sind – was übersetzt „Getauchtes Krokodil“ bedeutet – und genau in diesem „Zustand“ haben wir die „Crocs“ dann auch gesehen – Nase und Augen kamen gerade noch aus dem Wasser und sind auf Fotos leider nicht zu erkennen…es hat sich aber keiner getraut einen Fuß ins Wasser zu halten 
In den Büschen am Flußufer lebt auch noch ein einsamer „Spieder-Monkey“ – den die Bootsführer regelmäßig mit Bananenopfern aus dem Busch locken. Seine „Familie“ ist weiter gezogen, aber der eine Affe ist zur Freude der Besucher dageblieben und lässt sich dabei fotografieren, wie er genüsslich die Bananen isst.

Spider-1

Spider-2

In Lamani angekommen führt uns Carlos durch echte Dschungel-Pfade zu den Ruinen. Carlos selbst hat bis 2001 an der Dokumentation der reichen Flora im Bereich der ehemaligen Maya Stadt mitgearbeitet und zeigte uns Maya-Nutzpflanzen und erklärte deren Bedeutung – von Bread-Nuts die dem Mais zugegeben wurden um das Mais-Mehl zu strecken bis hin zu Ölpalmen die das Fett zum Kochen lieferten oder Gummi Bäumen, die Natur-Latex produzieren oder Früchte deren Saft als haltbarer Kleber diente.

Lamanai-2

Unvermittelt steht man dann vor dem „Hohen Tempel“ – der zweithöchste nach dem in Caracol. Diesmal haben wir auf den schweisstreibenden Aufstieg verzichtet und Carlos Erklärung geglaubt, dass die Höhe des Bauwerks nicht nur zerimonielle Gründe gehabt hat (näher bei den Göttern), sondern ganz profan als Plattform für den Ausguck der Wachen gedient hat.
Die alte Maya Stadt hat heute übrigend wieder neue Bewohner…nur das es diesmal mehrer Gruppen („Troops“) Howler-Monkey sind. Einige waren so an die Menschen gewohnt, das uns einige schöne Fotos gelangen.

Howler-1

Howler-3

Howler-2

Der wichtigste Tempel in Lamanai aus liturgischer Sicht ist der Jaguar Tempel, etwas niedriger als der andere, aber mit einer Plattform für Operungen an den Jaguar Gott (oder die Jaguar Göttin??)

Jaguar

Nach einem schönen Mittagessen aus Reis, Bohnen, Huhn, Salat und der unvermeidlichen scharfen Sauce (diesmal hausgemacht und extrem lecker) ging es zügig zurück, damit die Amerikaner den Rückflug auf die Keys auch sicher erreichten.
Die Idee auf die Keys zu fliegen blieb dann bei uns im Kopf hängen, während wir noch eine weitere Sehenswürdigkeit in Orange Walk fotografiert haben…die einzigen Ampeln die wir in Belize bisher gesehen haben!